RIESLING 2024
RIESLING 2024
RIESLING – Eleganz und Langlebigkeit aus dem Cembra-Tal
Rebsorte: Riesling
Alter der Reben: 30 Jahre
Boden: Porphyr
Lage: Cembra Valley – Lisignago, 520 Meter über dem Meeresspiegel
Exposition: Südwest
Erziehungssystem: Pergola trentina semplice (traditionelles, lokales Erziehungssystem)
Ertrag: 50 hl/ha
Ernte: Handverlesen Ende September
Vinifikation: Weiße Vinifikation: Pressung der Trauben, Fermentation und Reifung in gebrauchten französischen Tonneaux
Ausführliche Beschreibung:
Die Ernte der goldgelben Riesling-Trauben ist für uns einer der emotionalsten Momente des Jahres – ein Höhepunkt, der die Geduld und Sorgfalt widerspiegelt, die wir jedem Rebstock widmen. Unsere 30 Jahre alten Riesling-Reben wurzeln auf porphyrhaltigen Böden in Lisignago, auf 520 Metern Höhe, mit südwestlicher Ausrichtung. Dieses Terroir sorgt für ideale Reifebedingungen und eine intensive Aromatik.
Die Reben werden nach dem traditionellen Pergola trentina semplice erzogen, was eine harmonische Entwicklung der Trauben ermöglicht. Der Ertrag ist bewusst auf 50 Hektoliter pro Hektar limitiert, um höchste Konzentration und Qualität zu gewährleisten. Die Trauben werden Ende September von Hand gelesen, um die Vollkommenheit jeder Beere zu sichern.
Nach der Ernte erfolgt die weiße Vinifikation: schonende Pressung der Trauben, gefolgt von Fermentation und Reifung in gebrauchten französischen Tonneaux. Während der zehnmonatigen Lagerung wird der Wein wöchentlich bâtonniert, wodurch sich die Struktur kontinuierlich entwickelt und die Aromen des Holzes sich elegant integrieren. Anschließend ruht der Wein weitere drei Monate in der Flasche, bevor er unser Weingut verlässt.
Der Riesling von MoS überzeugt durch seine komplexe Aromatik – die typischen mineralischen und hydrokarbonischen Noten treten deutlich hervor und verleihen dem Wein Ausdruckskraft und Persönlichkeit. Er besitzt ein großes Lagerpotenzial, bleibt aber bereits jung zugänglich und erfrischend.
Weinflüsterer:
Die gefangene Sonne: Ein Porträt
m Glas hält sie das Licht gefangen – eine goldgelbe Flüssigkeit mit funkelnden Reflexen, als wäre ein Stück spätsommerlicher Nachmittag eingefangen. Beim Schwenken ziehen träge, fette Schlieren die Wand hinab; eine stumme Ankündigung von Substanz und reifer Dichte.
Die Nase wird nicht überfallen, sondern eingeladen. Zuerst ist es nur ein Hauch: die dezente, reife Frucht von Aprikose und Mirabelle, kaum süß, eher in Konfitüre verwandelt. Dann tritt ein kühler Schatten hervor – die mineralische Kühle nassen Kiesels und ein trockenes Kräuterbüschel, vielleicht Kamille oder wilder Thymian, das in der Hitze duftet.
Doch die wahre Offenbarung geschieht auf der Zunge. Ein erster, knackiger Impuls von Frucht – dann entfaltet sich der Wein mit der Präzision eines ausgeklügelten Mechanismus. Eine belebend-saline Säure durchzieht ihn wie ein elektrischer Puls, trägt die Aromen und spült den Gaumen rein. In ihrem Zentrum schwingt jene dezente, niemals aufdringliche Süße der Steinobste, umspielt von der zarten Bitterkeit von Zitronenzeste.
Dies ist kein weicher Wein. Er ist straff, kompakt und von innerem Druck erfüllt, wie eine gespannte Feder. Er füllt den Mund nicht mit Masse, sondern mit energetischer Präsenz. Und dann, der Abgang: Er endet nicht einfach. Er verhallt. Lang, kühl und klar zieht er sich zurück und hinterlässt eine Spur von salzigem Stein und der Erinnerung an sonnengereifte Früchte. Ein langer, geradliniger Nachhall, der einen stillen Dialog beginnt – und zum nächsten Schluck einlädt.