6. Wein: Chardonnay Pilat, Wilhelm Walch Tramin

6. Wein: Chardonnay Pilat, Wilhelm Walch Tramin

 

​Die vollendete Stille: Chardonnay „Pilat“

Das Schweigen auf der Passhöhe


Nach dem verspielten Lachen des Arneis

wird der Weg wieder steil.

Die Luft ändert ihren Geschmack.

Sie wird karg.

Klar.

Steinig.

Bis sie nach Metall und ewigem Eis schmeckt.

Wir sind dort,

wo Karten ungenau werden.

Über 600 Meter.

Oberhalb von Tramin.

Zwischen Himmel und Stein.

Willkommen in der Einzellage Pilat.

Willkommen bei der Familie Wilhelm Walch.

Dies ist kein Weinberg.

Dies ist ein Ort der Entscheidung.

Der Boden gibt nichts leicht.

Er prüft.

Tage voller Sonne.

Nächte, die kalt aus den Dolomiten stürzen.

Feuer.

Und Eis.

Diese Spannung ist die Seele dieses Weines.

Ich schenke ihn langsamer ein.

Denn das hier ist kein Getränk.

Es ist Zeit, die Form angenommen hat.

Gereift in den Gewölben einer alten Klosterkellerei.

Getränkt von Stille.

Und Geduld.

Heben Sie das Glas.

Dieses tiefe Gold –

gespeichertes Licht alpiner Sommer.

Riechen Sie.

Gelber Pfirsich.

Schwer. Reif. Warm.

Mango. Ananas.

Der Süden erhebt die Stimme.

Und darunter:

Butter.

Frisch. Still.

Wie auf warmem Brot in einer Berghütte.

Die Familie Walch überdeckt diesen Ort nicht.

Sie übersetzt ihn.

Nun der Schluck.

Und jetzt geschieht etwas Seltenes.

Die Frucht ist warm.

Umarmend.

Doch von unten steigt etwas Kaltes auf.

Eine klare, mineralische Linie.

Wie eine Hand in der Sonne.

Und eine im Schnee.

Das ist der Punkt unserer Reise.

Kein Norden.

Kein Süden.

Sondern etwas Drittes.

Südtirol.

Dieser Wein spricht nicht laut.

Er schweigt – und man versteht.


Seine Botschaft:

Schaut.

Hier ist die Brücke.

Sie ist nicht aus Holz.

Sie ist aus Geschmack



Die Fakten:


Weingut: Wilhelm Walch (A. & J. Walch)

Ort: Tramin/Termeno, Südtirol, Italien

Philosophie: Drei Generationen Expertise. Fokus auf Lagenweine, die das einzigartige Mikroklima und Terroir Südtirols widerspiegeln.


Einzellage: „Pilat“ – Hänge oberhalb von Tramin auf 500-600 m ü. M.

Böden: Kalkstein-Dolomit-Verwitterungsböden.

Klima: Extreme Tag-Nacht-Schwankungen. Intensive Sonne, eiskalte Nächte.

Besonderheit: Ehemalige Klosterlage.


Farbe: Intensives Goldgelb.

Nase: Gelbe Pfirsiche, Ananas, Bergbutter, Mandeln, kalkige Mineralik.

Gaumen: Vollmundig, fettig, perfekt balanciert durch lebendige Säure. Mineralgerüst. Langer, salziger Abgang.

Reifung: Teilweise Stahl, teilweise große Holzfässer. Sur Lie.

Klassifikation: Südtirol DOC Chardonnay

Potenzial: 8-12+ Jahre

Stil: Der alpine Chardonnay – Kraft mit Kühle, Fülle mit Präzision. Die vollendete Synthese.

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